Nun bin ich endlich wieder Zuhause und es ist so schön. Ich merke wirklich wie viel mir gefehlt hat und dass ich hier viel glücklicher und ausgeglichener bin als in den USA. Grade zum Ende hin hatte sich einfach alles wie purer Stress angefühlt.
Zu den letzten Tagen: Am Sonntag, den dritten Advent, habe ich früh morgens meine Kekse gebacken und liebevoll mit weißem Zuckerguss und blauer Zuckerschrift verziert. Leider habe ich vergessen ein Foto zu machen, aber alle beschenkten haben sich ganz doll darüber gefreut (oder sehr gut geschauspielert). Danach bin ich in die Kirche zum Adventsgottesdienst gegangen. Er war wunderwunderschön. Eigentlich bin ich kein Kirchengänger, aber mir hat die ganze Weihnachtsstimmung, das Besinnliche und Warme so gefehlt, dass das genau richtig war in dem Moment. Die Menschen dort waren so offen und lieb, ich habe mich einfach willkommen gefühlt. Dann bin ich zur Greenwich Ave gelaufen, wo ich von Louisa und Lisa abgeholt wurde um ein letztes Mal zum Abschlussessen in die Cheesecakefactory zu fahren. Es war wie immer super lecker! Da Louisa noch ein paar Klamotten kaufen wollte, sind wir weiter in die Mall gefahren und dort ein bisschen rumgebummelt, bis es irgendwann schon spät war. Als ich nach Hause gekommen bin, hat mich natürlich keiner gefragt wie es mir geht, wie mein Tag war oder überhaupt wo ich die letzten 12h war. Auch auf Nachfrage meinerseits kam nichts zurück. Aber was soll's es waren ja nur noch zwei Tage!
Den Montag durfte ich noch einmal schön 10h arbeiten, bis abends um halb elf. Koffer packen wird ja auch generell überbewertet. Über Mittag habe ich mich mit Sonja, Lisa und Julia auf einen Kaffee getroffen und mein Konto aufgelöst, nachdem ich Julia heimgebracht habe, fuhr ich noch zu meiner Counselorin um über meine hostfamily zu reden und hauptsächlich um mich bei ihr zu bedanken und zu verabschieden. Karen war wirklich eine der nettesten, aufrichtigsten Personen, die ich in diesem Jahr kennen gelernt habe und ich bin für ihre Unterstützung unglaublich dankbar.
Dienstag war dann endlich der Tag der Abreise! Leider allerdings mit totalem Schneechaos. Und diesmal sogar etwas begründet, die Amis haben nämlich kein Talent damit umzugehen und rechtzeitig die Straßen zu räumen. Morgens hatte meine Kleine noch ein Chorkonzert in der Schule. Sie hat es ganz toll gemacht, genau wie alle anderen 5- und 6-jährigen, es war so niedlich! Die Lehrerinnen müssen wirklich was drauf haben, den Mädels, die noch gar nicht lesen können, so viele Lieder so gut beizubringen. Zum Abschluss habe ich mich ein (vorerst) letztes Mal mit Louisa getroffen. Wir waren ganz klassisch in einem amerikanischen Diner auf der Greenwich Ave, die wir standesgemäß entlang flaniert sind, wie die Greenwich-moms es tun. Ein Sehen und Gesehen werden der "High Society". Nur dass wir eben im Diner waren statt in einem der überteuerten Restaurants :D Diese Einstellung der meisten wohlhabenden Menschen dort werde ich definitiv nicht vermissen und wie ich jetzt feststelle, habe ich die norddeutsche Bodenständigkeit noch mehr vermisst als mir bewusst war. Ich musste allerdings auch schnell wieder zurück, da meine Koffer immer noch nicht fertig gepackt waren und ich trotzdem noch eine Stunde arbeiten musste. Um halb vier kam mein Gastvater dann von der Arbeit um mich zum Flughafenshuttle zu bringen. Dieser hatte wegen dem Schnee 20min Verspätung, bis wir in New York ankamen waren es fast eineinhalb! Aber da ich ausnahmsweise mal rechtzeitig war und genug Zeit eingeplant hatte, war ich trotzdem mehr als eineinhalb Stunden vor geplantem Abflug am check-in Schalter. Das Boarding hat sich dann allerdings auch verzöger (wegen einem anderen Flugzeug) und der Abflug selbst auch nochmal um eine Stunde, weil sie Schnee vom Flugzeug fegen müssen. Das fällt ihnen ja früh ein. Irgendwann sind wir dann aber doch abgehoben und ab da ging es recht schnell. Neben mir saß eine ältere Frau aus Stamford, CT mit der ich mich ganz nett unterhalten habe, ein bisschen konnte ich schlafen und dann waren die acht Stunden auch schon um. In Frankfurt angekommen hat mein Handyakku den Geist aufgegeben und meine amerikanische Nummer hat keine SMS verschickt, also ging ich auf Steckdosen und W-Lan Suche. In Amerika eine Sache von 2min an großen öffentlichen Plätzen - hier vergebens. Ja ja Deutschland, da musst du wohl nachrüsten. Das ist so praktisch.. Immerhin im Zug gab's Strom. In Hamburg warteten meine Eltern auf dem Bahnsteig auf mich und durch Zufall sogar die Eltern meiner besten Freundin :-)) Die Deutsche Bahn war sogar nur 8 min zu spät. Gemütlich haben meine Eltern und ich noch eine Runde auf dem schönen Weihnachtsmarkt gedreht und, was muss man machen wenn man als 19-jährige aus den USA wiederkommt? Glühwein mit Schuss trinken! Hmmmm, lecker. Die Amis wissen wirklich nicht, was gut ist.
Richtig Zuhause anzukommen war dann grandios. Wir haben bei Advents-Kernzenlicht und Weihnachtsmusik Lebkuchen gegessen, es war einfach schön. Am Donnerstag bin ich in die Stadt gefahren um meine beste Freundin von der Schule abzuholen und zu überraschen. Sie dachte ich komme Freitagabend. Ich weiß, ich bin gemein, aber die Überraschung ist total gelungen! Die letzen Tage habe ich dann Koffer ausgepackt, Kekse gebacken, Familie getroffen usw. Morgen (Heute) kommen meine deutschen Mädels zum Brunchen. Liebe Grüße und Küsse an euch, ich freue mich, euch alle wiederzusehen!
Samstag war es übrigens verrückt. Bea (das Au Pair, welches direkt nach mir in meine erste Gastfamilie gekommen ist und dann abgebrochen hat) hat spontan mit ihrer Familie einen Kurztrip nach Hamburg gemacht und mich gefragt, ob ich Zeit und Lust habe mich mit ihr zu treffen. Totaler Zufall, dass ich grade zwei Tage vorher wiedergekommen war, aber klar hatte ich Lust! Unglücklicherweise konnte eine Bekannte nicht mit ihnen mit, weswegen ihre Familie zwei Karten für das Musical "König der Löwen" übrig hatte. Meine Schwester ist aus Metz wiedergekommen, somit hat alles perfekt gepasst und wir sind zusammen ins Musical gegangen. Es war einfach atemberaubend! Und natürlich toll, Bea so schnell wiederzusehen. Allgemein ist es großartig wie viele neue Leute man in dieser Zeit kennen gelernt hat, ich hoffe viele dieser Kontakte bleiben bestehen.
So, jetzt ist es wieder ein Roman geworden. Und wahrscheinlich interessiert es auch keinen mehr, da ich ja schon wieder hier bin, aber das macht ja auch nichts :D Irgendwann kommt noch ein kleines Resümee meiner Zeit in den USA, als Abschluss, aber erstmal genießen wir alle die Weihnachtstage. Ich wünsche euch eine Frohe Weihnacht und wundervolle Tage mit eurer Familie und euren Liebsten! ♥
"Zu Hause sein. Wie sich der Ganze Wirrwarr der Gefühle verlieret und ordnet, wenn man aus dem fremden heimkehrt in seine eigenen vier Wände. Nur Zuhause ist der Mensch ganz." - Jean Paul (1763 - 1825)





















