Dienstag, 3. Dezember 2013

Thanksgiving und Black Friday in Philly

Hallo ihr Lieben!

Und wieder eine knappe Woche um. Aber diesmal lag, zumindest für die Amis, ein langes Wochenende dazwischen, es war nämlich Thanksgiving. Mittwoch hatte ich die kids den ganzen Tag, weil die Kleine keine Schule hatte und der Große schon mittags Schluss. Irgendwie ging der Tag aber recht schnell um, wir haben zum Lunch zusammen Pizza gebacken auf meinen Vorschlag und P habe ich am Nachmittag ein Playdate organisiert, bzw. hat die Mutter angerufen, das war super! Und sie ist so eine Liebe, sie kommt ja aus Deutschland und beim Hinbringen habe ich so ihren Türkranz bewundert und alles, was mir hier in den USA in der Weihnachtszeit fehlt, bedauert, da hat sie mir beim Abholen doch tatsächlich ein Tütchen mit selbstgemachtem, deutschen Spritzgebäck geschenkt. Ich habe mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd, das glaubt ihr gar nicht! Um 5pm kam mein hostdad auch schon von der Arbeit um mich abzulösen, da bin ich noch fix zum Pilates, habe mich mit Sonja auf ein Eis getroffen und dann ging es ans Packen für Philly.
Donnerstagmorgen bin ich in den Zug nach New York und von da aus mit dem Bus nach Philadelphia gefahren. Chrissy hat mich lieberweise an der train station in Overbrook abgeholt, um mich für die nächsten drei Tage bei sich und ihrer Gastfamilie aufzunehmen. Dort herrschte auch schon reges Getümmel, ich war nämlich nicht der einzige Thanksgiving-Gast, sondern fast die gesamte Familie war vertreten! Bruder des hostdads mit Frau und zwei Kindern und die Großeltern, also full house. Wir haben zusammen den Truthahn vorbereitet und den Tisch gedeckt, ein bisschen Football geschaut und schließlich gegen 6pm dinner gegessen. Es war so wundervoll familiär! Alle waren sie unglaublich nett und auch ganz interessiert, ich konnte mich gut unterhalten. Besonders die Großmutter war ein Goldstück. Insgesamt habe ich mich einfach nur willkommen gefühlt und überhaupt nicht wie das fünfte Rad am Wagen, ich hätte kein schöneres Thanksgiving haben können. Nachdem Chrissy und ich uns ein bisschen ausgeruht und unser Essen verdaut hatten, mussten wir schon fast wieder los. Der Tag nach Thanksgiving ist nämlich - ja, genau: Black Friday! Das heißt ganz viele Rabatte, großer Ansturm auf alle Geschäfte und die Malls machen nachts oder schon donnerstagabends auf. Es soll wohl die Weihnachtsshoppingsaison einläuten, da nach Thanksgiving auch offiziell die Weihnachtszeit beginnt (dazu übrigens: der Vorweihnachtshype ist in Deutschland tausend Mal schlimmer als hier). Black Friday war jedenfalls der Knüller, wirklich ein Erlebnis wert. Wir waren von um 10pm bis 5.30am unterwegs, sind wiedergekommen, als Chrissy’s Gasteltern mit dem Hund Gassi gegangen sind und haben zusammen um die 15 Tüten heim gebracht. Sarah, Bianca und Kathrin waren auch mit, es war eine erfolgreiche und spaßige Nacht! :D
Tagsüber haben wir dann mehr oder weniger nur entspannt. Unser Auto war zugeparkt und wir waren sowieso etwas müde, also ging es nur am späten Nachmittag noch zu all unseren Banken (Konto auflösen, Geld abheben etc.) und zu Michaels, dem Bastel- und Heimwerkershop überhaupt. Zum dinner gab es Pizza, dann haben wir das neuste Au Pair meiner alten Familie bei ihr Zuhause abgeholt (meine ehemaligen Gasteltern haben geguckt..) und sind zu Starbucks gefahren, wo wir uns noch mit Sandra getroffen haben. Ach, ich habe sie vermisst! Am nächsten Tag sind chrissy und ich nach Philly reingefahren, um uns die Liberty Bell und die Independence Hall anzuschauen. Das hatten wir nämlich tatsächlich beide noch nicht gemacht. Mit ein bisschen Schummelei und lieber Fragerei konnten wir die Führung schon zwei Stunden früher machen und hatten dann noch genug Zeit um über den kleinen, deutschen Weihnachtsmarkt am Lovepark zu schlendern. Der war sogar fast wirklich ein bisschen deutsch, es gab nämlich Lebkuchenherzen, Bratwurst mit Kartoffelsalat und Brezeln uuuuund..  Käthe Wohlfahrt! Ein riesiges Zelt voller Weihnachtssachen aus Rothenburg ob de Tauber! Glaubt man das? Und wir haben das original Nürnberger Christkind getroffen, welches jedes Jahr neu gewählt und unter anderem auch in die Staaten zum diesem Weihnachtsmarkt eingeflogen wird. Natürlich mussten wir davon ein Bild machen. Abends war dann nochmal family dinner, der Großvater hat Lachs mit grünem Spargel und Süßkartoffelspalten gezaubert, himmlisch. Hier in Amerika muss man ja nicht warten bis Saison ist, irgendwo wächst es schon... gruselig, oder? Dann sind wir zum Abschluss zu hope’s cookies gefahren mit all den Mädels inklusive Sandra und meiner Lieblingsitalienerin Laura. Ein Cookiesandwich (Keks-Eiscreme-Keks) kann man sich schließlich nicht entgehen lassen, das gibt es hier in Greenwich nicht. Oder zumindest nicht so gut.
Sonntagmorgen musste ich mich leider schon wieder von der Familie verabschieden. Ich bin so dankbar da gewesen sein zu können, hier in meiner hostfamily hätte ich nichts Vergleichbares gehabt. Mit dem ganz vertrauensvollen Yo! Bus ging es von Philly Chinatown bis New York Chinatown, zum Glück ist an jeder Ecke eine U-Bahn-Station, sodass ich schnell am Times Square war um ein paar Mädels von meinen Orientation Day zu Beginn meiner Au Pair Zeit wieder zu treffen. Wir haben ganz viel gequatscht und waren beim Weihnachtsmarkt am Union Square, wo es ebenfalls deutschen „Gluehwine“ (also eher Kinderpunsch, da öffentlich kein Alkohol ausgeschenkt werden darf) gab. Trotzdem lecker und hat irgendwie an Zuhause erinnert. Die Mädels waren super lieb und es war ganz toll, aber ich bin schon relativ früh zurück nach Greenwich, da ich ja meine ganzen Übernachtungs- und Shoppingsachen dabei hatte und das Wochenende über nur auf Reisen war. Dort haben mich dann Louisa, Lisa und Paula in Empfang genommen, mein eigenes kleines Begrüßungskomitee, das war so süß! Die waren vorher essen und meine Gasteltern noch irgendwo im Stau zwischen Boston und Greenwich, deswegen hat mich Paula lieberweise nach Hause gebracht. In ein leeres Haus ohne W-Lan (warum auch immer). Jippie.
Gestern Morgen habe ich erst mal verschlafen und bin zudem mit einem rot-quaddeligen Gesicht aufgewacht. Irgendwas stimmte die ganze Zeit schon nicht, die letzten Tage über, aber ich dachte das käme wohl von dem Hitze-Kälte-Wechsel oder so. Aber Pustekuchen, ich bin wohl gegen etwas allergisch. Nur leider weiß ich nicht gegen was! Beim cvs gab es anti-allergie Tabletten und ein Gel, was man direkt auftragen kann. Meine kids waren morgens ganz geschockt mich so zu sehen, von meinen Gasteltern wurde ich weitestgehend ignoriert. Was soll’s. Zum Skypen bin ich zum Starbucks gegangen, weil im Haus immer noch kein Internet war. Man hat mir wohl angesehen, dass es mir nicht so gut ging, da ich gleich nette Leute kennen gelernt habe, das war wiederum sehr schön. In Amerika ist es so einfach, Leute kennen zu lernen, wenn auch nur oberflächlich. Allein ein gutes Gespräch kann einen unglaublich aufbauen und den Horizont erweitern, davon kann sich Deutschland eine gehörige Scheibe abschneiden. Mich macht es sehr froh neue Leute kennen zu lernen und andere Perspektiven zu hören. Das war also gestern. Heute ist noch nicht viel passiert, ich möchte noch mit Mama und Papa skypen und sonst mal sehen.

Liebe Grüße und einen schönen 3. Dezember!

das Nürnberger Christkind

Apfelstrudel!♥

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen